02. Juli 2024

Botschafter der Grafschaft Bentheim

Botschafter der Grafschaft Thorsten Boomhuis (M.) mit Landrat Uwe Fietzek (l.) und Abteilungsleiter Alfred Hülmann
Botschafter der Grafschaft Thorsten Boomhuis (M.) mit Landrat Uwe Fietzek (l.) und Abteilungsleiter Alfred Hülmann

„Noch vor der Diagnose Parkinson hatte ich die Diagnose Tischtennis“, scherzt Thorsten Boomhuis, erster Vorsitzender von PingPongParkinson Deutschland. Er selbst machte die Erfahrung, dass praktizierter Tischtennissport die Symptome von Parkinson ausbremsen kann und holte in 2019 die Initiative „PingPongParkinson“ (PPP) aus den USA nach Deutschland. Erst im Mai richtete PPP die German Open in Nordhorn aus, mit 280 Teilnehmenden aus 16 Nationen. Landrat Uwe Fietzek, der Boomhuis seit vielen Jahren durch den Tischtennissport kennt, nahm sein herausragendes Engagement für Parkinson-Erkrankte nun zum Anlass, ihn als „Botschafter der Grafschaft“ zu würdigen. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Kreishaus überreichte er dem Nordhorner am 2. Juli 2024 die Urkunde und würdigte ihn für seinen unermüdlichen Einsatz. 

„In der Grafschaft ist vieles möglich. Immer wieder treten Grafschafterinnen und Grafschafter öffentlich in Erscheinung, weil sie sich in besonderem Maße für andere einsetzen. Nicht selten strahlt ihr Wirken über die Kreisgrenzen hinaus, zum Beispiel bei Turnieren auf nationaler oder internationaler Ebene. Sie sind wahre Botschafter der Grafschaft, deren Einsatz Anerkennung verdient“, so der Landrat.

Als Thorsten Boomhuis in 2013 die Diagnose Parkinson erhielt, war das für den damals schon tischtennisbegeisterten Sportler ein Schock. „Über mehrere Jahre habe ich die Krankheit mit Medikamenten eingedämmt, mich aber sonst nicht weiter gekümmert“, so der heute 50-Jährige. Dies änderte sich, als Boomhuis in 2019 an der ersten Tischtennis-Weltmeisterschaft für Parkinson-Erkrankte in New York teilnimmt und gewinnt. Er holt die Goldmedaille im Doppel und die Silbermedaille im Einzel. Außerdem tauscht er sich zum ersten Mal mit anderen Parkinson-Erkrankten aus und erkennt den positiven Effekt von Tischtennis auf die Linderung der Parkinson-Symptome. „In New York hat sich mein Leben verändert“, sagt Thorsten Boomhuis, der die Idee von Tischtennis gegen Parkinson daraufhin nach Deutschland holt, erste Stützpunkte etabliert und in 2020 den PingPongParkinson Deutschland e.V. gründet. Heute umfasst der Verein mit Sitz in Nordhorn mehr als 1.900 Mitglieder und kooperiert bundesweit mit 220 Sportvereinen. 

„Immer wieder berichten Betroffene, wie sehr ihnen der Tischtennissport hilft. Das kann ich bestätigen: Als ich in Zeiten der Corona-Pandemie mehrere Wochen nicht spielen konnte, ging es mir schlichtweg dreckig“, erzählt der Nordhorner. Aus diesem Grund möchte er die Sportart für weitere Betroffene von Parkinson bekannt machen, Tischtennis als Rehasport etablieren und wünscht sich Unterstützung durch Krankenkassen und die Wissenschaft. So steht er bereits in Kontakt mit Forschungseinrichtungen, um den gesundheitsfördernden Effekt von Tischtennis bei Parkinson wissenschaftlich zu belegen – allein die notwendigen Mittel fehlen bislang. Über die Jahre wuchs auch das Bedürfnis nach Austausch und Angeboten zur Selbsthilfe. Hierfür sorgt inzwischen der Parkinson-Verbund. Er unterstützt die Gründung von Selbsthilfegruppen, leistet Aufklärungsarbeit zur Parkinson-Symptomatik und fängt Betroffene nach Erhalt ihrer Diagnose mit Informationen zu Hilfsangeboten auf. „Statistisch gesehen müsste es in der Grafschaft rund 650 Parkinson-Erkrankte geben, doch das Hilfsangebot ist ausbaufähig. Betroffene sollten ihre Krankheit verstehen, um zu ihren eigenen Gesundheitsmanagern zu werden“, ist der Sportler überzeugt. Auch deswegen hat er das Parkinson-Netzwerk Grafschaft Bentheim ins Leben gerufen, das Betroffene mit Ärzten, Apotheken, Therapeuten, Selbsthilfegruppen und anderen Einrichtungen zusammenbringt. 

Abteilungsleiter Alfred Hülmann, unter anderem zuständig für den Bereich Sport, zeigte sich beeindruckt von der Mitgliederstärke des Vereins. Dass die Grafschaft Bentheim Geburtsstätte von PingPongParkinson ist, veranschaulicht Vorsitzender Boomhuis bei Turnieren immer wieder stolz durch sein Nordhorn-Trikot und berichtet im Austausch mit Teilnehmenden: „Manche reisen wegen des Turniers an und sind plötzlich beeindruckt von der Schönheit unserer Region. Sie kommen dann ein zweites Mal in die Grafschaft – zum Tischtennis spielen und für einen Kurzurlaub.“ (https://www.grafschaft-bentheim.de/grafschaft/aktuelles/meldungen/unterstuetzung-fuer-parkinson-erkrankte-thorsten-boomhuis-als-botschafter-der-grafschaft-geehrt.php)

18. Juni 2024

Sportler des Jahres des Tischtennis-Regionsverbands Ems-Vechte 2023/24

Wie sagte der Vorsitzende Andreas Heunisch bei seiner Laudatio? Um Sportler des Jahres zu werden, muss man nicht Tischtennis spielen können. 😉

09.05.2024

3. Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Nordhorn

Die stellvertretende Landrätin Charlotte Ruschulte und auch Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling begrüßten die Gäste im Kreissportzentrum. „Tischtennis tut uns allen gut – insbesondere Menschen, die von Parkinson betroffen sind“, sagte Ruschulte. Sie dankte wie Berling den vielen Helfern und Organisator Thorsten Boomhuis für ihr Engagement. Der Nordhorner Bürgermeister bat Boomhuis bei der Eröffnung vor die Menge, damit er sich für den Gewinn seines jüngsten WM-Titels zum mittlerweile dritten Mal in das Goldene Buch der Stadt einträgt. „Das fehlte bislang noch, weil er viel beschäftigt ist. Deshalb machen wir das einfach hier“, sagte Berling. 

Der Geehrte war sichtlich beeindruckt von der Kulisse im Kreissportzentrum. „Man muss nur auf die Tribüne schauen, dann weiß man, was hier los ist“, sagte Boomhuis – und rief den zahlreichen Sportlern abschließend noch zu: „Lasst uns richtig schön feiern dieses Wochenende!“ Das besondere Miteinander bei dieser Meisterschaft war überall zu sehen. Viele der Aktiven kennen sich und fielen sich beim Wiedersehen in die Arme. Das Euregium und die alte Kreissporthalle waren angesichts der großen Teilnehmerzahl komplett mit Tischtennis-Tischen gefüllt. Die Szenerie glich fast einem Ameisenhaufen, überall wuselten Aktive und Helfer in den Hallen. (GN vom 10.05.2024)

08.09.2023

Einladung zum Sommerfest des Bundespräsidenten

Der Bundespräsident und seine Frau Elke Büdenbender hatten rund 3000 ehrenamtlich engagierte Menschen aus ganz Deutschland zum Bürgerfest eingeladen. Sie wollten damit deren freiwillige Arbeit im Dienst der Gesellschaft würdigen. Gemeinnützige Organisationen, Initiativen und Unternehmen informierten im Park des Schlosses über ihre Aktivitäten. Die Spannbreite des ehrenamtlichen Engagements reichte vom Umwelt- und Naturschutz über internationale Jugendarbeit bis hin zu Sport, Bildung, Sozial- und Kulturprojekten oder Inklusion.

Beim Bürgerfest wurde es in diesem Jahr voller als üblich, weshalb es für viele Gäste erst einmal mit einer 200 Meter langen Warteschlange begann. Der Grund: Unter den Eingeladenen waren auch die Gäste des vergangenen Jahres. Damals musste das Fest wegen eines Unwetters abgebrochen werden, bevor es richtig begonnen hatte. Steinmeier hatte den enttäuschten Besuchern damals versprochen, sie in diesem Jahr wieder einzuladen.

So bekam auch Thorsten Boomhuis aus Nordhorn in Niedersachsen seine zweite Chance. Er hat seit Anfang 2020 den Verein „PingPongParkinson Deutschland“ aufgebaut, der nach seinen Angaben inzwischen bundesweit rund 1400 Mitglieder zählt. Tischtennis könne Parkinson zwar nicht aufhalten, aber bremsen, erläuterte der 49-Jährige. Dass er nun nach der Enttäuschung im Vorjahr erneut eine Einladung erhielt, sei „natürlich toll“, sagte er am Freitag. „Das ist schon eine Ehre, hätte man ja auch nicht unbedingt machen müssen.“ Im Regenguss des vergangenen Jahres bekam Boomhuis von einem Zeltdach aus noch einen Schwall Wasser in den Nacken. Dieses Risiko bestand jetzt bei prächtigem Sommerwetter nicht. er sei kein Wetterprophet, meinte Steinmeier. Aber mit dem Blick nach oben, traue ich mich zu sagen, dass uns der Regen heute nicht in die Quere kommt.“ (Süddeutsche Zeitung, 09.09.2023)

25.09.2023

ZDF-Mittagsmagazin: Mima-Mensch

26.08.2022

Einladung zum Sommerfest des Bundespräsidenten

Drei Jahre Warten und dann das: Das erste Bürgerfest von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender seit 2019 ist am Freitag buchstäblich ins Wasser gefallen.

Kurz nach Beginn brachen die Gastgeber das Fest im Park von Schloss Bellevue ab. „Wegen der nicht zu vermeidenden Gefahren, die im Verlaufe des Abends bei weiteren Gewittern, die hier durchziehen, noch kommen könnten“, wie Steinmeier sagte. Zuvor hatte er sich mit dem Deutschen Wetterdienst beraten. „Für heute wird das nix mehr. Diese Veranstaltung ist sozusagen ins Wasser gefallen.“

Nach wochenlanger Sonne, Hitze und Trockenheit war am Nachmittag eine massive Gewitterfront über die Hauptstadt gezogen. Blitze zuckten, Donner grollte, es regnete wie aus Eimern. Die Gäste drängten sich im Park unter großen Schirmen, die das Wasser kaum halten konnten. Laut Wetterdienst gebe es „über Berlin kreisende Gewitter“, berichtete Steinmeier. Den Abbruch nannte er eine „bittere Nachricht“. Die Enttäuschung war ihm und seiner Frau anzusehen. Schließlich hatte das Bürgerfest in den vergangenen beiden Jahren coronabedingt ausfallen müssen.

 Steinmeier und Büdenbender hatten rund 1500 ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland eingeladen, nach Angaben des Präsidialamtes waren insgesamt 3000 Gäste im Park des Schlosses. Sie versprachen ihnen, im kommenden Jahr nochmals eine Einladung zu bekommen. „In einem Jahr treffen wir uns hier genau wieder – mit guter Laune und besserem Wetter“, sagte Steinmeier unter Beifall. (…)

Bei allen Gästen, die stellvertretend für Millionen Andere stünden, hätten er und seine Frau sich gern bedankt. „Sie sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Und dieses Rückgrat brauchen wir so stark wie möglich, gerade in einer Zeit, in der wie jetzt und insbesondere mit Blick auf den Winter neue Herausforderungen und Veränderungen drohen.“ Steinmeier bat daher alle, in ihrem Engagement nicht nachzulassen.

Seine Gäste wie etwa Thorsten Boomhuis aus Nordhorn in Niedersachsen musste Steinmeier nicht extra überzeugen. Der 48-Jährige hat seit Anfang 2020 den Verein „PingPongParkinson Deutschland“ aufgebaut. Inzwischen zählt er bundesweit 100 Gruppen und 700 Mitglieder. Tischtennis gegen Parkinson – das helfe, sagte Boomhuis. „Aufhalten kann man die nicht heilbare Krankheit nicht, aber mit Sicherheit ausbremsen. Man kann auch Symptome wieder etwas zurückdrehen.“

Er widme der ehrenamtlichen Arbeit „viele, viele Stunden in der Woche“. Der zweifache Vater erhielt vor zehn Jahren selbst die Diagnose Parkinson. Die Einladung nach Berlin kam für ihn „aus heiterem Himmel“.

(Deutsche Presse Agentur, 26.08.2022)

09.05.2022

2. Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Nordhorn

„Nicht nur um den sportlichen Erfolg geht es Thorsten Boomhuis. Der Vorsitzende des Vereins Ping Pong Parkinson holte zwar bei den Weltmeisterschaften im Tischtennis für Menschen mit Parkinson den Weltmeistertitel im Männer-Doppel. Doch das ist für den Nordhorner beinahe nebensächlich. „Wir sind eigentlich mehr Selbsthilfegruppe als Sportverein“, sagt er und ergänzt: „Bewegung ist für Parkinson-Erkrankte enorm wichtig.“ Deswegen betrachtet er die Weltmeisterschaft auch als eine Art Öffentlichkeitsarbeit. Zurzeit gibt es in seiner Gruppe 27 aktive Parkinsonspieler. Mit seinem Engagement möchte er andere Betroffene ermutigen, sich ihnen anzuschließen.“ (GN vom 10.05.2022)

20.10.2019

1. Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Nordhorn

„Der Tischtennis-Weltmeister für Parkinson-Erkrankte 2019, Thorsten Boomhuis, hat sich gestern in das Goldene Buch der Stadt Nordhorn eingetragen. Sichtlich bewegt nahm der 45-jährige Sportler die Ehrung durch seine Heimatstadt an. „Beim Tischtennisspielen bin ich immer ganz ruhig, aber jetzt bin ich doch ganz schön aufgeregt“, sagte Boomhuis vor der Unterschrift. Der Unternehmensjurist hatte vor einigen Tagen an der Tischtennis-Weltmeisterschaft New York teilgenommen und im Westchester Table Tennis Centre in Pleasantville mit seinem deutschen Teamkollegen Holger Teppe Gold im Doppel gewonnen. Hinzu kam noch eine Silbermedaille in seiner Einzel-Klasse (die GN berichteten). 

Thorsten Boomhuis ist seit 2013 an „Parkinson“ erkrankt. Die Krankheit ist ein langsam fortschreitender Verlust von Nervenzellen und bis heute unheilbar. Lediglich die Symptome, wie zum Beispiel das Zittern, lassen sich mit Medikamenten behandeln. Allerdings kommt bei der Therapie auch dem Sport eine wichtige Rolle zu, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. „Sport ist gesund und Tischtennis kennt jeder“, erklärt Boomhuis. „Beim Tischtennis kommt es auf schnelle Reaktion und die richtige Koordination an“, fügt er hinzu. 

Thorsten Boomhuis ist schon lange ein begeisterter Tischtennisspieler und hat für seinen Verein Vorwärts Nordhorn an zahlreichen Turnieren erfolgreich teilgenommen. „Als ich dann das erste Mal von dieser Weltmeisterschaft gehört habe, wollte ich mich nicht melden, denn das war ja auch ziemlich teuer, nach New York zu reisen“, erzählt er bei der kleinen Feier im Büro von Bürgermeister Thomas Berling. Aber der Gedanke ließ ihn nicht mehr los und irgendwann war es dann soweit. „Aber an einen Weltmeistertitel habe ich nie gedacht“, sagt er bescheiden. 

Mit ihm waren seine Nordhorner Vereinskollegen Hilmar Heinrichmeyer und Frank Plangemann nach New York gefahren. „Das war nur als Team machbar“, berichtet Boomhuis. „Wir hatten den Kopf frei zum Spielen.“ 

Der Gewinn des WM-Titels ist für Boomhuis die eine Seite der Medaille. Er hat sich vorgenommen, Tischtennis als erfolgreiche Therapie weiter bekannt zu machen. Thorsten Boomhuis hat 2017 die Initiative „Ping Pong Parkinson“ gestartet und nach Deutschland geholt. Sie soll betroffenen Menschen durch das Tischtennisspiel helfen und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Die Weltmeisterschaft wurde in Zusammenarbeit mit dieser Initiative durchgeführt. „Ich habe jetzt eine eigene Internetseite ,www.pingpongparkinson.de‘ angelegt, die nicht nur über die Krankheit, sondern vor allem über das Tischtennis informiert.“ Boomhuis will aber auch andere Vereine von der Idee begeistern. „Da hilft so ein Weltmeistertitel natürlich sehr“, meint er.“ (GN vom 21.10.2019)